Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 

Letztes Feedback


http://myblog.de/verirr-di

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
23. 10. 2013 Mi.

Über die Wahrheit

Schöner Eckel

Du unschuldiger Jüngling der vom Abendteuer traümt, mit 17 frischen Lebensjahren riechest du das erste Mal den Durst der frischen Schönheit. So berauschend wie das weiße Pulver, der Antrieb Richtung Himmelssitz. Von ganz oben blickst du herab auf all die armen allzumenschlichen gefangen in ihren abgeschliffenen Gedankenbahnen. Du kostest diesen Duft der Illusion, verfängst dich in Unwissenheit und Träumerei, hörst von Liebe, Schönheit, Zärtlichkeit von Vertrauen. Die Welt ist wundervoll und du schwebst vorbei an der Wahrheit suchst nach deinesgleichen, weißen Engeln, die die Dunkelheit noch nie betraten. Du begreifst es nicht und willst es nicht verstehen, willst nur fühlen. Schön ist die Welt, schön bist du!

Du gehst weiter und vielleicht stolperst du über dich selbst und ärgerst dich, begreifst nicht, nimm die Brille ab!

Alles ist Vergänglich und wenn du das schönste Lebendige an Goldketten legst irgendwann zerfällt es zu Staub. Hörst die Anderen reden, kannst nicht verstehen, willst aber und in diesem Moment erwachst du.

Schön ist was du hast, aber was du hast weißt du erst, wenn du weißt was du nicht hast. Geh ins Dunkel, schau was es noch gibt und du gehst und verirrst dich, weißt nicht mehr wo DU bist. Bis zu dem Moment da du begreifst, dass genau dort wo du bist, dort ist, wo du hin willst. Dann schaust du dich um, stehst kniehoch im Schlamm und der Grind kriecht dir die Waden hinauf, es ist finster, heiß, du schwitzt und du ekelst vor dir selbst.

Du läufst davon, raus aus dem Dunkel, zurück ins Licht aber alles ist kleiner geworden, da gehörst du nicht mehr her. Schaust deine alten Freunde an und siehst, dass Alles sich verändert und du auch und du willst es nicht glauben, nimmst die Brille wieder auf, es ist dir zu hell hier. Nun siehst du wie es vorher war, es war schön, aber das Dunkel hat seinen eigenen Charme.

Es war der glitschige Drache der in dem Sumpf haust, er hat dir erzählt von der Welt unter deinen Füßen, und gab dir zu kosten und obwohl es stank, wirst du den Geschmack niemals vergessen, süßer als Honig und so pur und wahr wie kein Schluck reinstem Wasser in dieser Welt. Du kannst hier nicht weitergehen, du bist noch zu jung, zu stark, zu neugierig zu schön. So nimmst du die Brille wieder ab und siehst wie unwirklich krell du wohntest. Als du nüchtern deinen Freunden in die Augen schaust, läufst du davon.

Keine Welt ist besser, aber die dunkle ist wahrer und du begreifst wer du bist und du weißt wohin du gehst und du findest Menschen mit der selben Augenfarbe, ohne Brille und du schmatzt stinkenden Honig und fühlst dich so lebendig wie nie zuvor. Du steckst mitten im Sumpf und es bleibt dir nichts anderes als laut zu lachen.

Grausam und ekelhaft ist unsere Welt aber genau das ist das schöne an ihr.

12.12.13 09:19
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung